Montag, 7. Dezember 2015

Saisonresümee 2015 - Bitterwasser - Ausblick 2016

2015 war bei mir ein sehr durchwachsenes, fliegerisch aber recht schönes Jahr.
Die Erfahrungen in Frankreich mit dem Nimbus, den ich vorher nicht geflogen bin, waren super und ich konnte mich dadurch ideal für die Saison warmfliegen. Gap-Tallard hat sich hier als perfekte Ausgangslage für mich herauskristallisiert, da man - egal bei welchem Wind und Wetter -  immer irgendwie eine Möglichkeit hat, vom Platz wegzufliegen. Die Streckenausbeute war nicht der große Hammer, doch darauf kommt es im März nicht an. Ich konnte gute Kontakte knüpfen und viel über die fliegerisch regionalen Besonderheiten rund um den Talkessel von Gap lernen.
Im April ging es dann nach Burg Feuerstein zum D-Kader Trainingslager - auch hier wieder mit dem Nimbus. Die Flüge waren wieder umwerfend und der Trainingseffekt im teils durchwachsenen Wetter riesig. Die Professionalität des Trainings im Bayernkader hat mittlerweile wirklich Spitzensportniveau erreicht!
Nach dem Tausender am 18. April in der ASH war dann wettertechnisch irgendwie Flaute. Nur kleine Wetterfenster ließen eher bescheidene Flüge zu, was sich Gott sei Dank dann Mitte Juni doch noch änderte. So kamen dann noch einige Flüge >800km und eben das 1000er FAI (s. unten) zustande.
Den Juli konnte ich trotz des teils guten Wetters eher weniger für ausgedehnte Flüge nutzen, da ich mit der Uni mal halbwegs fertig werden wollte und somit nochmal einige Prüfungen zu schreiben hatte. Anfang August haben wir dann in Dobenreuth den LIMA-Lehrgang des LV-Bayern abgehalten und einige Nachwuchstalente auf ihre beginnende Streckenfliegerkarriere vorbereitet, was Dank des guten Wetters und der guten Organisation auch ziemlich optimal funktioniert hat.
Der Saisonausklang im August in Gap war wieder wunderbar und mit meist gutem, wenn auch nicht überragendem Wetter gesegnet. Interessante Wetterfenster ermöglichten und hier erlebnisreiche Flüge, die großen Lagen waren aber dieses Jahr in der letzten Juli- und den ersten beiden Augustwochen. An den normalen Lagen kommt man dann in der Regel nicht weiter als zur Südseite des Modanetals; hier zeigt sich dann an 80-90% der Tage die Wetterscheide der Alpen.
Trotz des schwachen Frühjahrs und der Prüfungen im Juli konnte ich wieder knapp 300h ins Flugbuch schreiben (+ viele Backseater-Stunden genießen), womit ich doch recht zufrieden bin.
Zum OLC-Flugbuch 2015
Zu meiner Überraschung hat mein dritter Platz in der OLC Juniorchallenge dann dazu geführt, dass Wilfried mich im Dezember nach Bitterwasser eingeladen hat. Übermorgen geht`s schon los!
Am Segelfliegertag Anfang November bekam ich dann (noch viel überraschender) nochmal den Nimbus 4 für eine Saison zugesprochen.

Deshalb ist für das Jahr 2016 eine OK-Quali in Bayreuth eingeplant - zusätzlich noch eine Club-Quali in Rotenburg. Man sieht, dass ich mal wieder mehr Wettbewerbe fokussieren will, was die letzten Saisons durch meine Langstreckenfliegerei eher Nebensache war. Da das Studium im März mit der Ablegung der letzten Staatsexamensprüfungen endgültig vorbei sein wird, kann ich vor Beginn des Arbeitslebens noch ein paar Stunden fliegen und nochmal eine schöne Saison genießen - mit Sicherheit auch wieder in den französischen Bergen!


Freitag, 4. Dezember 2015

1047km FAI (1000km deklariert) am 28.06.15



Bei der Bewerbung um die „EP“ beim DAEC im September letzten Jahres sollte ich angeben, welche Ziele ich mir für das kommende Jahr mit dem Nimbus stecken würde. Das Hauptziel war, nachdem ich schon 2 1000er als Jojo geschafft hatte, ein 1000er als FAI zu fliegen. Dass das nicht so einfach ist, zeigten meine gescheiterten Versuche im Juni, wo das Wetter ganz anders war als ich mir das vorgestellt habe und ich dementsprechend falsch ausschrieb. Da die Tageslänge im Juni ein wichtiger Faktor für ein so großes Dreieck ist, versuchte ich es trotz der nicht überragenden Thermikprognosen auch am 28.06. wieder. Angemeldet waren Stillberghof - Kirnbergsee - Waldbuckel westlich Eisenach - Stankov (CZ) - Stillberghof.
Am Vorabend war erstmal viel zu tun, da die Mückenputzeranlage mit einer selbstgelöteten Schaltung nochmal neu programmiert werden musste. Schließlich habe ich um 22 Uhr noch 160l Wasser in die Flügel gefüllt und den Flieger aus dem Weg geräumt. Der nächste Morgen lief wie jeder Morgen am Stillberghof - viele Flugzeuge, viel Treiben und relativ viel Hektik. Da ich unter solchen Voraussetzungen nicht gut fliegen kann, war ich froh, dass bereits alles fertig parat stand. Um 09:00 lief dann erstmal der Himmel komplett zu, was der Feuchtigkeit der Gewitterschauer des letzten Tages geschuldet war. Trotzdem bildeten sich um 09:15 erste tiefe Cumuli im Westen. Der Schlepper war noch nicht da, doch mein Freund Andy Offer (danke nochmal!) sprang spontan in die Remo, um mich in die Luft zu befördern. Am Stillberghof war noch keiner startbereit und ich wurde mit dem frühen Start eher belächelt, doch der Startzeitpunkt war optimal gewählt.
Abflug in 1700m NN
In 1300m über Platz klinkte ich aus und startete die Task in 1700m NN. Die ersten 30km waren dabei eher spannend, denn es war schwierig eine Route durch die Wolkentürme zu finden, ohne die Erdsicht zu verlieren. Mit vielen Schlenkern schaffte ich es dann, in ca 500m AGL über dem Golfplatz bei Neresheim rauszukommen und ich konnte dort direkt unter sehr breitgelaufenen Strukturen unter der Basis weiterfliegen. Über Giengen/Brenz (warum macht man im Juni ein Flugplatzfest??) ging es weiter nach Blaubeuren, da hier noch halbwegs viel Sonneneinstrahlung vorhanden war. Die erste knifflige Stelle war dann der Einstieg ins höhere Gelände bei Blaubeuren, da dort keine Sonne mehr durch die hochtürmenden Wolken auf die Erde schien. Mit einem schwachen Bart schaffte ich es dann, nochmal ganz hoch zu kommen und Anschluss ans bessere Wetter zu bekommen. Dies war wohl die entscheidende Stelle des Fluges, da meine Vereinskollegen arg im Funk über das Wetter dort jammerten. Gerade in der Früh ist es fast immer lohnenswert, ein bisschen Geduld zu haben und die Entwicklungen zu beobachten...
Der Weg durchs EDR Heuberg war dann easy und ich konnte hinterm Klippeneck nochmal ganz hoch machen, um direkt in den Schwarzwald und damit in die Wende gleiten zu können.
Im Anflug auf den Kirnbergsee
Der Schwarzwald war wie so oft mäßig. Man bekam immer einen halbwegs guten Bart, allerdings nur nachdem man 10 Wolken abgesucht hat. Ich versuchte, aus meinen früheren Flügen zu lernen, wo ich im Schwarzwald immer recht inkonsequent geflogen bin und der Schnitt durch viele Kursabweichungen zu schlecht war. Das gelang ganz gut, da ich die Gleitleistung des Nimbus einfach ausgenutzt habe und die die Kursabweichungen meist unter 20° halten konnte. Das Kraichgau war dann wieder ganz gut und die Thermik wurde an Odenwald/Spessart vorbei immer zuverlässiger, wodurch ich bis zur Rhön relativ flott vorfliegen konnte. An der kahlen Stelle am Hang im EDR Wildflecken vermutete ich eine Granate und setzte (fast) alles auf eine Karte. Natürlich ging die Wolke nicht.... Die Luvseite der Rhön war dann meine Hoffnung, dann mit Sonne und Wind musste irgendwo am Hang ein Bart ablösen. Diesen Bart zu finden war dann kniffliger als gedacht, doch er kam sehr turbulent schließlich mit knapp 2m/s - kurz bevor ich mit einer Riesen-Kursabweichung aus der Rhön hätte rausgleiten müssen. Die Optik nach Eisenach war dann wieder gut, doch man sah die Abschirmung der Warmfront aus NW schon über der Stadt. Dass die Thermik dann unter dem Einfluss der Warmluft so schlecht wird habe ich nicht erwartet, doch da ich gut im Zeitplan lag, ging ich auf Nummer sicher und kurbelte mehrfach 0,8-1,5m/s, um irgendwie in die Wende und auf den Thüringerwald zu kommen. Bei einem freien Flug wäre ich nicht weitergeflogen...und am Ende vllt 30-50km weiter gekommen...
Thüringerwald, Fichtelgebirge, Oberpfälzerwald und Bayerwald waren ein Gedicht - ab dem Ochsenkopf ging es beinahe nur noch geradeaus und so konnte ich um kurz nach 17 Uhr meine letzte Wende nehmen. Ich rechnete mit einem Thermikende gegen 20 Uhr und flog einfach noch 20km über die Wende Stankov (CZ) raus, da ich den Flug bei dieser Thermikgüte nichtmehr gefährdet sah. Die Wende erfolgte dann knapp neben dem Flugplatz Klatovy (CZ)
letzte Wende bei Klatovy
Bei dem Rückweg wurde ich dann ab Cham eines besseren belehrt. Kaum Wolken mehr ab 18:15, mieses Steigen und unrunde Bärte waren angesagt. Ich konnte es nicht fassen, dass die Warmluft so unglaublich schnell vorankam und die Thermik im Juni schon vor halb 7 zusammenbricht. Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich von Hang zu Hang im Altmühltal vorzubasteln und auf eine gute Ablösung zu hoffen. Als ich in einem Nuller Richtung Eichstätt aufrichten wollte, viel mir der Steinbruch ins Auge, der mir vor einigen Jahren schonmal eine Flug grerettet hat. Gerade als ich die 90°-Wende einleitete, sah ich eine LS8 an genau der Stelle eindrehen, wo ich die Thermik vermutet hätte. Während ich 160l Wasser über dem Altmühltal verteilte, sah ich die LS8 langsam steigen, glaubte aber nicht mehr an die Rettung, da sich keine Wolke über dem Steinbruch bildete. Der Bart war dann unglaublich unstrukturiert und teilweise nur eine positive Null, doch der leere Nimbus steigt erstaunlicherweise auch mit einer positiven Null noch halbwegs... :-) Der Bart ging mit viel Zentrierarbeit dann teils noch auf 0,5-1m/s und ich konnte um 19:15 nochmal auf 1750m Steigen. Das war dann aber der letzte Thermikhauch des Tages und ich musste noch 45km mit 150m plus auf dem Rechner abgleiten. Da ich in knapp über 1700m NN abgeflogen war, musste ich folglich in 700m NN ankommen, um die Task zu schließen. Es gab dann keine tragenden Linien mehr und so kam ich ganzschön ins schwitzen, als der Endanflugrechner teilweise auf unter 100m Ankunkftshöhe rechnete. Als ich dann im Rechner als Zielpunkt den Stillberghof einstellte und nicht mehr den 1km-DMST Zielpunkte, wurde aus den 100m noch 70m und ich zweifelte schon daran, überhaupt in den Platz zu kommen, da der relativ stark Nordwind auf den letzten km vor dem Stillberg normalerweise noch ein sauberes Lee wirft. Gerade an der Stelle, wo ich den Beginn des saufens vermutete, ging die Varionadel von -1 auf 0 - und das änderte sich bis zum Stillberg nichtmehr. Am 1km-Punkt machte ich die Lüftung zu (Druckabfall f. Logger) und zog den Nimbus auf 70km/h. Bis zum Auslesen war mir nicht klar ob es gereicht hat... die Freude danach war natürlich entsprechend riesig.
Ich hab mir dann erstmal ein Bier aufgemacht und mich 15min lang unter den Flügel gelegt, um die ganze Anspannung und die Eindrücke zu verarbeiten.

Papas erstes und mein drittes 1000er (mit der ASH)



Der 18.04.2015 war einer dieser Tage, von denen man oft sagt „so ein Wetter kommt nicht wieder“. Dass ich von diesem Spruch nichts halte, da es jeder Jahr Wetterlagen gibt die nie wieder kommen, habe ich schon oft genug kundgetan. Es war einfach ein super Kaltlufttag.

Schon 2 Tage vorher saß ich an der Flugvorbereitung - allerdings war noch unklar mit welchem Flugzeug ich fliege. Stefan war mit der EP am Zug und so ergab sich der Umstand, dass ich das längst überfällige 1000er mit Papa in seiner ASH 25 versuchte. Bereits letztes Jahr haben wir es versucht, allerdings durch einen etwas zu späten Start nicht ganz geschafft. Die Wetterprognosen waren gut, doch mir war klar, dass ein 1000er nur mit einem makellosen Flug mit >100kmh Schnitt gelingen kann, da die Tage im April einfach nach viel zu kurz sind.

So kam es, dass wir (nach einem viel zu langen Frühstück) um 8 Uhr aufbauten und - mal wieder zu spät - um 09:45 das Gas reinschoben. Die ersten Entwicklungen waren schon eine halbe Stunde zuvor erschienen.... Nach einem lehrbuchmäßigen DMST-Start flogen wir unter einzelnen Fetzen schön zügig an der Donau entlang. Das Ziel war ein möglichst langer erster Schenkel in den Westen, um nachher genug Spielraum mit den Schenkeln zu haben. Wie so oft ging das Donautal an der Alb in der Früh hervorragend und wir konnten Punkt 12:00 Lokalzeit am Luftraum Zürich wenden. Hier mussten wir etwas Zeit lassen, da der Wind auffrischte und die Thermik dadurch etwas zerrissen war. Die Alb war auf dem Rückweg mit großflächigen Ausbreitungen abgeschirmt und so mussten wir die Gleitleistung der 25 das eine oder andere mal ausnutzen, um mit passablen Bärten halbwegs flott voranzukommen. Das mäßige Wetter hielt bis Gundremmingen, wo wir an einem Tiefpunkt mit 350m AGL etwas Zeit verloren haben. Dieser Bart war aber quasi das Eingangstor zum Superwetter, denn wir wendeten Richtung Norden mit der Perspektive auf Hammerbärte. Es ging durchs Ries, dann den Steigerwald hoch und schließlich über Bischofsberg an der Ostseite der Rhön entlang. Das Steigen war super, die tragenden Linien eher nicht so gut, doch das änderte sich nach der wende, wo wir die gleiche Strecke nahezu ohne kurbeln mit einem 126er Schnitt zurücklegen konnten. An der Wende zwischen Ansbach und Hesselberg fing ich dann das Rechnen an: Noch 210km zu fliegen für die 1000 und noch 2h Thermikzeit. Wir wussten dass es knapp wird aber es war nicht unmöglich, schließlich kann man genau dann, wenn die Thermik schwach wird bzw. stirbt, mit dem OK-Flieger noch einiges gutmachen. Wir flogen also sehr zielstrebig die Frankenalb bis über Regensburg raus an die Bayerwaldkante, um mit einer Rückkehr an den Startplatz genau die 1000 vollzumachen. Die Thermik war hier um 19 Uhr natürlich schon fast aus, schließlich war es auch schon 1h vor Sunset. Trotzdem konnten wir auf dem Heimweg noch die Restthermik über Regensburg mit <0,5m/s bis an die Basis mitnehmen und einen epischen Endanflug beginnen. Unsere sehr verhaltene Rechnung bezüglich der Ankunftshöhe war zu pessimistisch - die ASH belehrte uns mit ihrer guten Gleitleistung eines Besseren. Wir machten die 1000 über den Startplatz Etting zu und verheizten die verbleibenden 900 Höhenmeter, um noch vor Sunset am Boden zu sein. Um 20:02 Lokalzeit setzten wir nach 10:21h Flugzeit auf und vollendeten 1014km mit einem 103er Schnitt. Nicht schlecht für den 18. April. Man hat mal wieder gesehen, dass man nicht in Grenzen denken darf. Sowohl im April als auch im August kann man 1000er fliegen, dann eben über die Luftmasse und nicht (wie im Juni) über die Tageslänge.

Gap, Feuerstein, Dobenreuth, ...



Wie schon geschrieben, war ich im März in Gap.
Die Anreise war wie immer lang, aber dadurch dass man 1,5h weniger braucht als nach Vinon irgendwie erträglich. Es stellte sich ab dem Tag meiner Anreise eine recht stabile und trockene Wetterlage ein, wodurch ich mehrere Tage bei schwacher Blauthermik fliegen konnte. Zwischendrin gab es dann Nordost-Mistral, der aber nicht einfach zu nutzen war. Insgesamt hat es für knapp 60h fliegen in 2 Wochen gereicht, was für März ohne Langstreckenmistral schon wirklich super ist. Da dann ab 20. März eine länger anhaltende Schlechtwetterperiode begann, habe ich kurzfristig meine Sachen gepackt und bin eine Woche früher als geplant wieder nach Deutschland gefahren. Gap kann ich wirklich empfehlen, mein Vater und ich hatten eine super Zeit dort und man ist im Vergleich zu den anderen Plätzen noch wirklich "in Frankreich". Die lockere und entspannte Atmosphäre ohne Hektik färbt relativ schnell ab und man kann neben der Fliegerei gut relaxen.
In Deutschland war dann wie immer im März erstmal Mistwetter, sodass für zwei Wochen erstmal fliegerischer Stillstand angesagt war. Am Stillberghof hat die Baufirma dann den Platz für die Asphaltierung vermessen, fängt aber leider seit 1,5 Wochen nicht mit den Arbeiten an. Fliegen können wir in dieser unklaren Zeit bis zum Vielleicht-Baubeginn zwar in Genderkingen, da mir der Trubel aber zu anstrengend ist bin ich an den Feuerstein geflüchtet, um mit Bene die 3 guten Tage über Osten zu nutzen. Wir konnten sowohl am Feuerstein als auch in Dobenreuth schöne Flüge mit unseren beiden Clubklassegleitern erleben und die Schwächen im engen Team erkennen und verbessern. Dabei fiel mir (genauso wie letztes Jahr) auf, dass ich erst nach ca 15h Flugzeit mit dem Cirrus wieder warm werde. Das macht sich darin bemerkbar, dass ich in den ersten Stunden erkennbar schlechter steige, was sich erst nach über 10h langsam verbessert, indem ich die Fahrt und Schräglage exakt einstelle. Da sieht man doch, wie viel Feingefühl der Flieger braucht, obwohl ich schon viele Stunden drauf habe.
Bald gehen die langen Tage und (hoffentlich) langen Flüge wieder los, dann gibt es hier auch wieder interessant(er)es zu lesen!

Die Saison 2015 beginnt.



Jetzt mal was zu 2015:
Für diese Saison bekam ich (zusammen mit Stefan) den Nimbus 4 "EP" vom DAEC zugesprochen. Da wir beide im selben Verein fliegen, können wir das Gerät sicher optimal nutzen.
Diese Woche wird noch das ARC vom Cirrus verlängert und ich muss mich noch um Uni-Vorbereitungen und einige Dinge zuhause kümmern - doch dann gehts am 03.03. (nach dem D-Kader Workshop im bayerischen Wald) nach Frankreich.
Dieses Jahr mal nicht nach Vinon sondern nach Gap Tallard, da ich mal einen anderen Startplatz und andere Leute kennenlernen will.
Von dort aus werd ich sicher auch mal einen Eintrag verfassen (falls ich dort gute Flüge machen kann..)

Winternachtrag zum 894km-Flug am 18.06.2014



Da ich mittlerweile mehrfach drauf angesprochen wurde, mal was zu dem Flug zu schreiben den ich nach dem Cirrus-1000er geflogen habe, liefere ich jetzt in der kalten Jahreszeit endlich mal den Nachtrag.

Nachdem ich am 16.06. abends ja in Gundelfingen gelandet bin, war der Cirrus im Hänger sodass ich am 17.06. beim Blick ins Wetter sofort wieder zum aufbauen und Bezüge draufziehen an den Flugplatz gefahren bin. Die Uni hat etwas gelitten im Juni wie man sieht...
Jedenfalls nahm sich mein Freund Andy Offer an diesem Mittwoch auch frei und zog den Mininimbus incl. Wasser an den Start. Unsere Schleppgötter Josef und Hubert waren super früh am Platz sodass ich um 09:39 starten konnte. Nach einem 800m-Schlepp glitt ich erstmal rüber zu den ersten Buckeln südlich Harburg, wo zwei kleine Fetzen hingen. Die gingen dann sehr sehr unkonstant mit einem knappen halben Meter und da ich eh schon an der Basis war, gab es außer Warten nur die Alternative ca. 25km durchzugleiten nach Neresheim, wo die nächsten Wolken standen. Dieser Loch ist sehr typisch wenn man am Stillberghof früh startet, dementsprechend blickte ich relativ optimistisch auf den Flug. Die Sicht war aber so dermaßen gut, dass ich den Gleitwinkel des Cirrus maßlos überschätzte und mich einige Kilometer vor Neresheim in 240m wieder fand. Gott sei dank hatte ich da die Geduld in dem ersten Nullschieber des Tages zu warten denn ein Weitergleiten wäre um kurz nach 10 die sichere Außenlandung (eventuell noch vor Neresheim) gewesen. Nach den ersten paar Nuller-Kreisen schoss Andy etwas höher in den Bart, flog aber dann mutig weiter und war danach froh, in eine ähnlich schwache Ablösung in gleicher Höhe zu stolpern. Dadurch dass wir etwas geparkt haben hatte die Sonne noch ein wenig Zeit einen guten Bart am Flugplatz Neresheim zu produzieren, wodurch wir dann bei schließlich angeschaltener Thermik den Anschluss auf die Alb schafften.
Die erste Wende des angemeldeten 713km FAI-Dreiecks war Blaubeuren, die ich gleich in der Früh um ca 8km nach hinten ausflog. Wie so oft ging es danach in den Thüringer Wald nach Suhl Goldlauter (immer wieder Frage ich mich, warum wir in Suhl wenden und nicht einfach mal einen eigenen Wendepunkt setzen...). Die Thermik auf diesem Schenkel war nicht ganz so stark wie wir das von der Alb noch gewohnt waren, denn die Bärte waren um über einen halben Meter schwächer und nicht ganz rund. Ich flog dabei extrem stur Mcready da die Zuverlässigkeit so hoch war, dass man auch mal tiefer wieder rauskommen konnte. Am Barogramm sieht man, dass es auch mal tiefer runterging, die Steigwerte beim Kurbeln waren aber durch meine selektive Fliegerei im Schnitt ganz gut. Die Wende Suhl war um 14 Uhr local gegessen und auch hier ging es nochmal 5km hinten raus, denn für die Suhlwende waren wir recht früh dran und hatten gut Spielraum. Andy hatte ab diesem Zeitpunkt große Probleme mit Mücken auf seinem Profil. Ich hatte zum Glück Putzer dran und man hat gesehen dass selbst Wasser und Wölbklappe nichts mehr bringen wenn das Profil bei den alten Geräten verschmutzt ist. Der Mini hatte ohne Übertreibung absolut keine Chance mehr gegen den Cirrus und das obwohl ein sehr qualifizierter Pilot in dem 15m-Renner saß.
Nördlich Sonneberg musste ich nach Westen aus dem Thüringer Wald rausgleiten, da eine recht große Abschirmung die Thermikentwicklung einbremste. Den Stausee hab ich dann knapp über Augenhöhe passiert und hab dann am ersten Sonnenfleck in Bergflugmanier einen 2m-Bart direkt auf dem Kamm in 1000m NN gezogen, der die Sache wieder recht entspannt aussehen ließ. Danach haben wir so unglaublich gebolzt und eine Granate nach der anderen gezogen sodass ich selbst ein halbes Jahr später noch völlig fasziniert von diesem spaßigen Streckenabschnitt bin.
Die anvisierte Wende für das ausgeschriebene FAI-Dreieck war ein Drachenlandeplatz bei Furth im Wald, die ich um 16:20 mitnahm. Andy drehte wegen der Mückenproblematik entnervt Richtung Stillberghof ab und kam natürlich gut am Stillberghof an, ich wollte aber noch nicht heim und schoss am Arber vorbei einmal über den Bayerwaldkamm. Darauf folgte eine lange Gleitstrecke, denn die Wolken über dem Bayerwald waren mehr Wasserleichen als Thermikspender und ich war schon etwas verunsichert ob die Ausdehnung ein guter Plan gewesen ist. Mit etwas Gebastel ging es an der Bayerwaldkante querab Straubing wieder ganz passabel weg und der Heimweg zurück an den Stillberghof aus Osten war wie immer um diese Tages- und Jahreszeit ein Genuss woraufhin ich um kurz nach halb 7 Lokalzeit das angemeldete 713er und freie 774er FAI-Dreieck schließen konnte. So früh bin ich dann natürlich nicht gelandet und verlängerte den Schenkel nochmal nach Westen und dann gegen den etwas auffrischenden Ostwind über Eichstätt hinaus. Südöstlich Eichstätt lutschte ich dann die letzte Wolke bis zum Gehtnichtmehr aus, was mir zwar streckentechnisch durch den Versatz des Ostwinds zurück zum Platz nichts mehr brachte aber unglaublichen Genuss darstellte. Nach einem langsamen 40km Endanflug konnte ich um 20:34 nach 10:55h Flugzeit zzur Landung ansetzen und einen unglaublich anstrengenden aber auch spaßigen Flug beenden.
Der Flug hat mir wieder mal gezeigt was mit unseren vergleichsweise schlechten Clubklassefliegern mit einem super motivierten Team alles geht. Welche flächigen Strecken bei einer optimistischeren Wendepunktwahl noch möglich sind kann sich jeder selbst ausrechnen. Allzuviel Spielraum gibt es für die Streckenlänge in der Flächigkeit wahrscheinlich nicht mehr aber ein 900er FAI mit Clubklasse ist zumindest nicht unrealistisch!

Saisonende 2014



Jetzt ist es schon wieder September -  und die Saison beinahe vorbei.
Ich kann auf wunderschöne Flüge zurückblicken, die noch dazu aus sportlicher Sicht sehr schön waren. So konnte ich mit dem Cirrus 4x über 700km, 2x über 800km und einmal über 1000km erreichen.
Welche neuen Erfahrungen ich gemacht habe - und inwiefern mir das letzte Jahr mit dem OLC-Discus dabei geholfen hat - werde ich im Winter mal extra aufarbeiten und unter anderem hier veröffentlichen.

Ansonsten stand nach der Streckenflugsaison im August die DMJ in Zwickau an, die ich in der Standardklasse bestreiten durfte. Mit dem Endergebnis (Platz 13 von 34) bin ich nicht ganz zufrieden aber auch nicht vollends unzufrieden. Die detaillierten Schlüsse aus dem Wettbewerb werde ich auch in der flugfreien Zeit im Winter ziehen. Der Wettbewerb war super organisiert, man merkt den Zwickauern ihre Routine einfach an. Die Stimmung war nicht übertrieben denn das an sich gute Wettbewerbsklima wurde durch Zickereien und Missgunst zwischen den Teilnehmern teilweise etwas getrübt. Im Endeffekt ist es wohl eben so wenn es um mehr als die goldene Ananas geht, ob ich mir das weiterhin und auf Dauer in meiner Freizeit antun muss steht auf einem anderen Blatt.

Im direkten Anschluss an die DMJ bin ich dann schließlich noch nach Schweinfurt auf den LIMA-Lehrgang des LVB gefahren, wo Jan, Benni, Maria und meine Wenigkeit wegen Trainerausfalls spontan "hinbeordert" wurden. Ich hätte nie gedacht dass mir das so viel Spaß machen kann! Die 5 Tage meiner Anwesenheit waren rundum super und wir konnten an vier Flugtagen  viel lehren und lernen. Das Abschlussfeedback der Teilnehmer klang in etwa so wie mein Feedback und das spornt mich dazu an, nächstes Jahr wieder auf einem LIMA tätig zu sein.

Die kommende Saison schwirrt mir auch schon im Kopf herum. Bisher habe ich Pläne bzgl. Frankreich im Frühjahr + Sommer und einem Clubklassewettbewerb würde ich auch gerne Beiwohnen, sofern sich ein adäquater Ausrichter für eine Quali im nahen Umkreis findet. Wir werden sehen...